«Geografe nüme schlafe»: Kritische Lehre in der Geographie, früher und heute

Wer an die bewegten 1980er Jahre denkt, hat meistens die sogenannten «Opernhauskrawalle» im Kopf. Die wenigsten wissen aber, dass diese Bewegung auch mächtig an den Fundamenten des GIUZ kratzte.

geografe nüme schlafe

Am GIUZ engagierte sich eine Gruppe von Studierenden für ein kritischeres und theoretisch fundiertes Verständnis der Humangeographie. Drei Themenschwerpunkte bildeten sich heraus: die feministische Geographie, die Stadtgeographie und die Aufarbeitung der faschistischen Vergangenheit des Fachs. Die Studierenden stiessen mit ihren inhaltlichen Forderungen jedoch auf Widerstand innerhalb der Lehrenden: Es sei keine Geographie (Feminismus), zu radikal (Stadtgeographie) oder zu heikel (Faschismus). Die Studierenden organisierten deshalb fortan einen Teil ihrer Vorlesungen selber, lasen ausserhalb der Regelstunden Bücher oder trafen sich international mit Studierenden anderer Universitäten (insbesondere aus Deutschland).

Im Rahmen eines integrativen Projektes setzt sich seit dem Herbstsemester 2018 eine Gruppe von Studierenden mit dieser Geschichte des Institutes auseinander. Unter der Leitung von Benedikt Korf und Gary Seitz führten sie Zeitzeugengespräche mit ehemaligen Studierenden und Dozierenden der damaligen Zeit und werteten umfassendes Archivmaterial - Diplomarbeiten, Geoscope-Ausgaben und Seminarlisten - aus.

Erste Ergebnisse wurden am 5. März 2020 in einer Podiumsdiskussion vorgestellt.
Bildergalerie
Artikel auf UZH News, 16.03.2020

Die Schlussdokumentation des Projekts wurde im November 2020 fertiggestellt.
Schlussdokumentation «Geografe nüme schlafe» (PDF, 808 KB)

Mehr zum Thema ist im 125 Jahre GIUZ-Jubiläumsblog zu finden.
 Geographie in Aufruhr

Dokumentation

Als Teil dieses Projektes werden auf dieser Webseite wichtige Dokumente aus der damaligen Zeit digital zur Verfügung gestellt. Weitere werden folgen.

Video

Christian Schmid, heute Professor für Soziologie der Architektur an der ETH Zürich, erzählt von der damaligen Zeit, “Züri brännt”, die Jugendunruhen und seine Zeit als Aktivist und Studierender.

Video