MSc Topics

Master students interested in writing a thesis in the field of Labour Geography are welcome to approach us with their own suggestions. Possible themes could still be broad, the concrete research focus then being worked out together with potential supervisors in the research group. So please don't hesitate and contact us with exciting ideas!

In addition to this, members of the Research Group regularly announce topics for possible master thesis (see list below). These themes are introduced in a general way in order to allow specification according to the interests of prospective applicants. Again, don't hesitate to make more detailed suggestions.

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Arbeiten im Zeitalter von Uber, deliveroo, coople, foodora, Batmaid & Co.

Karin Schwiter und Marisol Keller

Digitale Technologien haben das Potenzial, die Arbeitswelt, wie wir sie heute kennen, grundlegend zu transformieren. Wie verändern sich durch Digitalisierung Arbeitsrealitäten bei uns in er Schweiz in räumlicher, zeitlicher und sozialer Hinsicht? Was bedeutet es, statt als herkömmliche*r Angestellte*r neu in der so genannten Gig-Economy als Freelancer*in oder (Pseudo?-)Selbständige*r für digitale Plattformen zu arbeiten? Wer hat Zugang zu diesem Arbeitsfeld und wer bleibt ausgeschlossen? Wie werden Arbeitende überwacht, beurteilt, mit Anreizen geködert (nudging) und mit Spielelementen belohnt (gamification)? Welche räumlichen, zeitlichen und sozialen Strategien entwickeln sie, um Plattformarbeit für sich zu optimieren?  Masterarbeiten in diesem Themenfeld laden dazu ein, durch Selbstbeobachtung (Auto-Ethnographie) als Arbeitskraft in der Gig-Economy selbst Einblick in diese Arbeitswelt zu erhalten oder durch Beobachtung und Interviews vertiefte Informationen zu gewinnen.

Alternative Arbeitsmodelle in der Gig-Economy

Marisol Keller und Karin Schwiter

Die Vorteile der Gig-Economy scheinen grenzenlos: statt fixen Arbeitszeiten flexibel einzelne Gigs (kurze Arbeitseinsätze) annehmen, die Auftraggeber*innen und Arbeitsinhalte frei wählen, arbeiten, wann und wo man will, und endlose Freiheiten in der Arbeitsgestaltung geniessen. Wie vielfältige Forschung der letzten Jahre gezeigt hat, gibt es jedoch auch eine Kehrseite der Medaille. Arbeiten in der Gig-Economy bedeutet für viele Arbeitnehmende arbeiten unter unsicheren, unterbezahlten und ungesicherten Arbeitsbedingungen.

Um diese Missstände zu bekämpfen gibt es verschiedene Ansatzpunkte und offene Fragen, die Möglichkeiten für Forschung im Rahmen einer Masterarbeit bieten.

Welche Strategien gibt es bereits, um die Arbeitsbedingungen von Gig-Arbeitenden zu verbessern (Standards, Organisierung, Gewerkschaftskämpfe)? Wie müssen Organisierungsformen oder Widerstandsgruppierungen gestaltet sein, um den Besonderheiten der Arbeitenden in der Gig Economy zu entsprechen? Wer ist Teil dieser Bewegungen? Welche Forderungen stellen sie?

Was unternehmen die Gig-Unternehmen selbst um die Arbeitsbedingungen auf ihren Plattformen zu verbessern («fair Gigwork»)? Nach welchen Logiken und mit welchen Besonderheiten funktionieren «faire» Plattformen? Was können sie erreichen und welchen Hindernissen stehen sie gegenüber?

Mit diesen und weiteren Fragen könnten sich Masterarbeiten befassen und beispielsweise eine konkrete Widerstandsform untersuchen oder sich mit den Hintergründen und Motivationen von Menschen, die sich für alternative Arbeitsmodelle und bessere Arbeitsbedingungen in der Gig-Economy stark machen, auseinandersetzen.

Arbeit, Migration und Citizenship

Isabella Stingl und Karin Schwiter

Migrationspolitiken prägen Arbeitsmarktverhältnisse. Dies zeigen international eine Vielzahl von Studien auf, welche den Zusammenhang zwischen Aufenthaltsstatus, Citizenship-Rechten und Beschäftigungsverhältnissen untersuchen. Dabei wird deutlich, dass migrierte Personen besonders häufig in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten. Diese zeichnen sich durch geringe Löhne, temporäre Verträge, geringe Arbeitsplatzsicherheit und andere Faktoren aus. Dieses „Clustern“ in bestimmten Bereichen wird unter anderem über statusbedingte Abhängigkeiten, Unsicherheiten und Kontrollmöglichkeiten erklärt, wodurch Personen mit einem bestimmten Aufenthaltsstatus besonders „attraktiv“ für prekäre Arbeit werden.

Wie gestaltet sich der Zusammenhang von Aufenthaltsstatus und Arbeitsverhältnissen in der Schweiz? Wo und wie arbeiten Personen ohne Schweizer Pass? Wie werden Aufenthaltsrechte auf Seiten der Arbeitgebenden verhandelt? Mit diesen und weiteren Fragen könnte sich eine Masterarbeit zum Thema Arbeit und Migration befassen.

Die Kommodifizierung der Pflegearbeit

Karin Schwiter

Aufgrund von Veränderungen in den Familienstrukturen und der familialen Arbeitsteilung werden bisher meist unbezahlt erbrachte Pflege- und Betreuungsarbeiten zunehmend an den Markt ausgelagert. Wie wird die steigende Nachfrage nach so genannten Care-ArbeiterInnen gedeckt? Die kommerzialisierte Pflegearbeit zeichnet sich gegenwärtig durch einen hohen Anteil an migrierten weiblichen Arbeitskräften sowie durch informelle und prekäre Arbeitsverhältnisse aus. Wie sind diese neuen Care-Arrangements ausgestaltet? Masterarbeiten können sich mit verschiedenen Aspekten der Pflegearbeit auseinandersetzen, beispielsweise mit Fragen zu Arbeitsorganisation, Arbeitsbedingungen und Arbeitswirklichkeiten im Pflegesektor, zu Migrationsregimes oder zu Ein-/Auschlussmechanismen im Pflegearbeitsmarkt. Neben dem Fokus auf den Pflege- und Betreuungsmarkt besteht auch die Möglichkeit, Kommerzialisierungsprozesse in anderen Dienstleistungsbranchen zu analysieren.
 

Wer verrichtet welche Arbeit?

Karin Schwiter

Die Normen der bürgerlichen Kleinfamilie des 20. Jahrhunderts erodieren und geschlechtsspezifische Zuschreibungen sind in Bewegung geraten. Eine Masterarbeit in diesem Themenfeld bietet Gelegenheit, sich mit aktuellen Veränderungen in den Vorstellungen von Familie, Elternschaft, Arbeitsteilung, Berufstätigkeit, Karriereperspektiven und der Verteilung bezahlter und unbezahlter Arbeit auseinanderzusetzen.

Ein- und Ausschlussprozesse in Bildung und Beruf

Karin Schwiter

Die Ausbildungs- und Berufswege in der Schweiz weisen ausgeprägte Segregationsmuster auf - sei es nach Geschlecht, Ethnie, Nationalität, sozialer Schicht, Alter, etc. Beispielsweise werden Männer kaum je Kleinkindererzieher und nur sehr wenige Frauen Lokomotivführerinnen. Wie internationale Vergleiche zeigen, ist die berufliche Segregation in der Schweiz weit ausgeprägter als in anderen europäischen Ländern. Welche institutionellen und normativen Grenzziehungen, welche Ein-/ Ausschlussprozesse und welche Selektionsmechanismen tragen während den verschiedenen Phasen und Übergängen in Ausbildungs- und Berufsbiographien zur Aufrechterhaltung des hohen Schweizer Segregationsniveaus bei? Wo zeichnen sich Verändernungen ab? Masterarbeiten zu diesem Themenbereich können sich beispielsweise mit der Entwicklung von Berufsorientierungen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, mit Berufsverläufen/-karrieren in ausgewählten Berufsfeldern, mit Aspekten des Schweizer (Berufs-)bildungssystems oder mit der diskursiven Konstruktion bestimmter Berufsimages auseinandersetzen. Sie können dabei eine oder mehrere Identitätsdimensionen (Geschlecht, Nationalität, Ethnie, soziale Schicht, Alter, etc.) in den Blick nehmen.