Höhenlinien für die Stadtplanung visualisieren

Die Professur für Kartografie an der ETZ Zürich forscht im Bereich der kartografischen Visualisierungen mit Schwerpunkten in kartografischen Produktionstechnologien, Topografische Kartografie, Thematische Kartografie, Atlaskartografie und zunehmend auch interaktive Webkartografie. Die Entwicklung neuer kartografischer Informations- und Interaktionsmethoden, sowohl im 2D- wie im 3D-Modus, steht dabei im Mittelpunkt.

3D Architekturvisualisierung
Beispiel für Höhenlinien in einer 3D-Architekturvisualisierung des Triemli-Spitals, Zürich. Quelle: Stadt Zürich und Franziska / Sebastian Müller Architekten, Zürich.

Meine Erfahrung

Den Grossteil der Zeit arbeitete ich mit der Software ArcGIS von Esri im Rahmen eines längerfristigen Projekts mit dem Amt für Städtebau Zürich. Dabei ging es um einen neuen Höhenlinien-Datensatz mit einer kleineren Äquidistanz als der bestehende Datensatz. Ausserdem sollte er weitere Kriterien erfüllen, sodass er zukünftig in 3D-Visualisierungen in Programmen wie dem CAD verwendet werden kann.  

Meine Expertise mit ArcGIS konnte ich während des 6-monatigen Praktikums solide ausbauen. Das war definitiv eine der wertvollsten Lernerfahrungen. Ausserdem habe ich gelernt, selbständig in einer gut organisierten und strukturierten Weise zu arbeiten, da vor allem meine Betreuungsperson und ich im Projekt involviert waren und es somit keine klassische Teamarbeit war.

Die Betreuung war sehr gut und der Umgang immer humorvoll und respektvoll. Ich konnte mich bei Fragen jederzeit ungeniert an meine Betreuungsperson wenden und bekam viel Unterstützung. Mir wurde von Anfang an viel zugetraut, was ich als sehr ermutigend und motivierend empfand. Ich erhielt stets viel Handlungsfreiheit, dadurch konnte ich eine kreative Herangehensweise an Problemstellungen entwickeln.

Alles in allem bin ich zufrieden mit dem Praktikum und konnte ein gutes Selbstvertrauen aufbauen, was mein technisches Knowhow in GIS angeht. Ein Praktikum in diesem Format würde ich jedoch nicht zwingend jedem und jeder weiterempfehlen, da es wohl nicht die idealen Komponenten für einen ersten Berufseinstieg bieten konnte. Man sollte jedoch sicherlich ein Interesse an kartografiespezifischen GIS-Algorithmen und an Datenvisualisierung im Allgemeinen haben. Programmierkenntnisse oder zumindest die Bereitschaft, sich solche zu anzueignen, bieten einen grossen Vorteil in der Entwicklung und Optimierung von technischen GIS-Prozessen.

Stadelhofen Hoehenlinienvergleich
Höhenlinien mit Äquidistanz 1 m beim Bahnhof Stadelhofen (visualisiert in ArcGIS Pro). Links die alten Höhenlinien, rechts die neuen Höhenlinien, welche mit dem im Projekt entwickelten Prozess erzeugt wurden.

Organisation des Praktikums

Das Institut für Kartografie und Geoinformation (IKG) bietet in der Regel keine Praktika von sich aus an. Durch mein Nebenfach in Kartografie am IKG während des Bachelorstudiums, hatte ich die Chance, mich als Hilfsassistent für einen studiumsbegleitenden Nebenjob zu bewerben und somit eine ca. 20% Stelle anzutreten. Dadurch wurde mir einige Monate später gegen Ende des Bachelorstudiums dieses Praktikum angeboten.

Voraussetzung ist sicherlich eine gute Ausdauer, während eines halben Jahres am selben Projekt zu arbeiten. Meiner Meinung sollte man ein solches Praktikum nur antreten, wenn man sich gerne über einen längeren Zeitraum in ein Projekt vertiefen will und gerne immer wieder mit neuen Problemstellungen und technischen Herausforderung konfrontiert ist. Man kann fachspezifisch sehr viel lernen, allerdings bekommt man nicht viel Einblick in die vielen verschiedenen Aufgabenbereiche eines Unternehmens, was bei einem Praktikum ja durchaus wünschenswert sein kann.