Augmented Reality in Zürich: Vergangenheit und Zukunft erlebbar machen

Das GIS-Kompetenzzentrum des Amtes für Städtebau der Stadt Zürich stellt Geoinformations-Daten zur Verfügung. Genutzt werden sie für die Raum- und Stadtplanung, aber auch für die Archäologie oder den Tiefbau. Die Produkte reichen dabei von Kartenapplikationen über klassische GIS-Analysen bis hin zu komplexen, automatisierten 3D Datenanalysen und Visualisierungen.

Begleitung eines Architekturwettbewerbs mit modernsten Technologien
Einen Architekturwettbewerb mit modernsten Technologien wie Augmented Reality zu begleiten, kann Teil des Praktikums sein.

Meine Erfahrung

Ich hatte das Glück, dass mein Praktikum mehr oder weniger mit dem ersten Augmented Reality Projekt des GIS-Kompetenzzentrums (GKZ) zusammenfiel. Dadurch konnte ich sehr viel Wissen im Bereich 3D-GIS, regelgestütztes Modellieren von Objekten (von einfachen Volumen bis hin optimierten Visualisierung von Daten der amtlichen Vermessung), Automatisierung und Projektmanagement aufbauen. Dabei wurde immer darauf geachtet, dass ich genug Zeit hatte, um die erforderlichen Fähigkeiten aufzubauen und eigene Lösungen entwickeln konnte. Dieses kreative Arbeitsklima ist sicherlich ein ganz grosses Plus in diesem Praktikum. Zudem gab es für mich früh die Möglichkeit, eigene Projekte umzusetzen und klassische Praktikantenarbeiten (Digitalisieren, Telefondienst, etc.) haben sich wohl auf nicht mehr als ein bis zwei Tage beschränkt.

Das Praktikum erfordert etwas Erfahrung im Umgang mit GIS und eine gewisse Affinität zu IT-Systemen, wobei das Wissen aus dem Bachelorstudium absolut ausreichend ist. Da das GKZ Teil des Amtes für Städtebau ist, sollte ein minimales Interesse an Städtebau und urbanen Themen vorhanden sein. Raumplanerisches Vorwissen kann sicher hilfreich sein, ist aber keinesfalls Voraussetzung.
Mir persönlich hat sicher mein vertieftes Programmierwissen sowie meine Begeisterung für Datenvisualisierung geholfen. Dies war auch einer der Gründe, weshalb ich mich während meines Praktikums in den Bereich Augmented Reality vertieft habe. Dabei standen die Konzeption und das Testing einer HoloLens Applikation für den Städtebau ("HoloPlanning") im Fokus.

Digitale Rekonstruktion Pfahlbauten
Digitale 3D Rekonstruktion der Pfahlbauten, welche beim Bau des Parkhauses unter dem Sechseläutenplatz gefunden wurden.

Organisation des Praktikums

Das Praktikum für eine Dauer von 6-12 Monate wird jährlich über die Website der Stadt Zürich (sowie auf den meisten gängigen Jobportalen) ausgeschrieben. Bis zu drei Praktikumsstellen sind gleichzeitig möglich. Deshalb lohnt sich auch immer eine Blindbewerbung. Nicht jede offene Stelle wird sofort ausgeschrieben. Ich persönlich habe mich auf eine ausgeschriebene Praktikumsstelle beworben und danach ein ungezwungenes, sehr informatives Vorstellungsgespräch absolviert.

Grundsätzlich ist die Ausrichtung des Praktikums (konzeptionelle Arbeiten, 3D Visualisierung, Webdienste, Kartenapplikationen, neue Technologien (AR, VR), Entwicklung (zB JavaScript) oder regelbasierte Architektur in CityEngine) sehr frei. Man darf selber die Richtung vorgeben. Allerdings ist der 3D Bereich sicherlich etwas Einzigartiges, da wohl kaum eine Verwaltung in der Schweiz in dieser Thematik so weit ist. Dass Praktikantinnen und Praktikanten oft als freie Mitarbeitende für Monate bis Jahre weiter beschäftigt werden, ist sicher ein gutes Zeichen.