MSc Topics
Master students interested in writing a thesis in the field of Economic Geography are welcome to approach us with their own suggestions. Possible themes could still be broad, the concrete research focus then being worked out together with potential supervisors in the research group. So please don't hesitate and contact us with exciting ideas!
In addition to this, members of the Research Group regularly announce topics for possible master thesis (see list below). These themes are introduced in a general way in order to allow specification according to the interests of prospective applicants. Again, don't hesitate to make more detailed suggestions.
Controversies around PFAS (“Forever Chemicals”) in Switzerland
Sprache: Deutsch oder Englisch
Per- and polyfluoroalkyl substances (PFAS) are a large family of synthetic chemicals that have been used since the mid-20th century in products such as nonstick cookware, waterproof textiles, food packaging, or cosmetics. PFAS are valued for their resistance to heat, water, and grease. However, this stability also means that they barely degrade in nature or the human body. This is why PFAS are widely known as “forever chemicals.” Some PFAS have been linked to detrimental health effects, including reduced fertility, lower birth weights, and certain cancers. Because they accumulate over time, even sustained low-level exposure is a matter of concern. In Switzerland the debate has intensified sharply recently and now touches on food safety, agriculture, drinking water, contaminated sites and public finances.
We are interested in master’s theses that may focus on one of the following problem areas:
Contamination and the Food Chain: PFAS enter soil and groundwater and from there they move into the food chain. Fish, meat, eggs and dairy products near pollution hotspots tend to carry the highest concentrations. There have been several cases that have drawn media attention in Switzerland (e.g. contaminated meat, Kanton St. Gallen). How do different actors and groups of actors along the food chain experience contamination and how do they position themselves (e.g. farmers, food industry, consumers)? In what ways are the costs of PFAS contamination distributed unevenly?
PFAS thresholds and the “Dilution” Proposal: Since February 2024 Switzerland has applied maximum levels for certain PFAS in animal-derived foods such as meat, fish and eggs. After protests by farmers and the food industry the Bundesrat proposed a controversial measure. PFAS-contaminated products can be mixed with uncontaminated products, so that only the final product needs to comply with the limits. This measure is currently in the “Vernehmlassung” and has been discussed highly controversially. What are the narratives that pattern these controversies? What are the key actors and their arguments?
Sites of PFAS contamination: There are increasing local controversies around PFAS contamination, especially after state authorities raised pollution thresholds significantly. When is a place considered contaminated? Who is responsible for cleaning up polluted nature? What discourses and interest conflicts can be identified? This problem area may be analyzed through case-studies.
Energiekrise in der Schweiz? Fragile Infrastrukturen, Ukrainekrieg und der europäische Energiemarkt
Sprache: Deutsch oder Englisch
Wegen der steigenden Preise von Gas und elektrischer Energie diskutiert eine breite Öffentlichkeit über eine drohende Energiekrise. Dabei werden überraschende Verbindungen zwischen den verschiedensten Phänomenen sichtbar: Pegelstände Schweizer Stauseen, Spot- und Terminpreise an den Strombörsen, defekte Turbinen und unzuverlässige kontinentale Gasleitungen, private Dusch- und Heizgewohnheiten, vom Netz genommene französische Atomkraftwerke, kommunale Energieversorgung etc.
Zu diesem Themenkomplex sind eine Reihe von wirtschaftsgeographischen Masterarbeiten denkbar, die folgenden Fragen nachgehen könnten:
- Wie funktionieren die Strommärkte in Europa und wie ist die Schweiz eingebunden? Wie entstehen die Strompreise eigentlich und wie wird im Winter 2022/2023 in die Märkte eingegriffen?
- Wie wird in den Medien und in der politischen Debatte über die „Energiekrise“ gesprochen? Welche Narrative und Argumentationsmuster verschiedener Akteure lassen sich identifizieren?
- Die Covid-Pandemie hat beispielhaft gezeigt, wie Krisen bestehende Ungleichheiten verstärken und neue Ungleichheiten schaffen können. Wer ist in besonderer Weise negativ von den steigenden Energiepreisen betroffen? Wer profitiert?
- Wie verhalten sich private Konsument*innen bei steigenden Energiepreisen? Passen sie ihre Lebensgewohnheiten an? Ändern Sie ihre Alltagspraxis?
- Wie beinflusst die „Energiekrise“ unsere Chancen den Klimawandel bewältigen zu können?
Je nach Interesse können diese Fragen in eine konkrete Fragestellung für eine Masterarbeit übersetzt werden, die dann je nach Stossrichtung mit unterschiedlichen empirischen Methoden bearbeitet werden kann: Fallstudien, qualitative Expert*inneninterviews, Analyse von Dokumenten und Medien, Analyse von Marktdaten und Regularien, narrative Interviews mit Betroffenen usw.
Der globale Pestizidkomplex: Findet eine Verschiebung der Produktions- und Lieferketten problematischer Herbizide in den globalen Süden statt?
Sprache: Deutsch oder Englisch
Seit dem Auslaufen des Patentschutzes für wichtige Herbizide (v.a. Glyphosat) hat sich weltweit ein boomender Generikamarkt etabliert, dessen Produktionsnetzwerke vor allem von Unternehmen aus China und Indien gesteuert werden. Ihre Absatzmärkte haben diese Produkte zunehmend in Ländern des globalen «Südens», vor allem in Lateinamerika, aber auch in Südostasien, Subsahara-Afrika und Osteuropa. Dadurch haben sich im globalen Pestizidhandel neue «Süd-Süd-Beziehungen» etabliert, welche die etablierten Agrarchemiekonzerne des Nordens vor Herausforderungen stellen. Wie reagieren Unternehmen wie Bayer-Monsanto oder Syngenta auf diese Veränderungen? Wie passen sie ihre eigenen Lieferketten, Produktionsstrategien und Distributionsnetze an? Ist tatsächlich eine Verschiebung in den globalen Süden festzustellen? Das Ziel der Arbeit ist es vor diesem Hintergrund Veränderungen in den Produktions- und Distributionsnetzen auf Unternehmensebene zu analysieren und dabei insbesondere die Annahme einer möglichen Verschiebung in den globalen Süden zu überprüfen. Dazu stehen zum einen umfangreiche Informationen und Daten des auf Agrarchemie spezialisierten Marktforschungsunternehmens PhillipsMcDougall zur Verfügung. Zum anderen sollen Online-Recherchen (Medien, Branchenportale, Webseiten von Unternehmen usw.) durchgeführt werden. Es ist unter Umständen sinnvoll sich geographisch auf bestimmte Regionen zu beschränken.
Produzieren, arbeiten, tauschen und konsumieren in der Alternativen Ökonomie
Jenseits der kapitalistischen Ökonomie im engeren Sinne existiert eine grosse Vielfalt an alternativen Formen von Produktions-, Arbeits-, Tausch- und Konsumprozessen (vgl. Gibson-Graham 2006 A Postcapitalist Politics). Diese beinhaltet beispielsweise sozial- und/oder ökologisch orientierte Unternehmen, Kooperativen, Genossenschaften, alternative Währungen, Tauschplattformen, Second Hand-, Recycling-, Ausleih- oder Fair Trade-basierte Austauschsysteme, etc. Die Masterarbeit bietet Gelegenheit, sich vertieft mit einem ausgewählten Aspekt der so genannt Alternativen Ökonomie auseinanderzusetzen.
Geographies of global commodity chains and transnational markets / Standards in globalen Supply Chains und Warenketten
Diverse Themen möglich
Wirtschaftsgeographien der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze
La frontera/borderlands gilt als die paradigmatische Grenzregion, an denen die zentrale Prozesse der Globalisierung wie in einem Labor studiert werden können. Seit den späten 1990er und frühen 2000er Jahren (Nafta, 9/11) hat sich auf US-Seite der Umgang mit dieser Grenze grundlegend verändert. Im Spannungsfeld von wirtschaftlicher Öffnung und nationaler Sicherheit erhält die Grenze eine neue Form. Masterarbeiten könnten die damit verbundenen Prozesse am Beispiel unterschiedlicher Themenfelder analysieren: z.B. Arbeitsmigration, grenzüberschreitender Handel mit Agrarprodukten, Offshoring bzw. Offshore Outsourcing in die nördliche Grenzregion, Drogenhandel usw.