MSc Topics

Master students interested in writing a thesis in the field of Economic Geography are welcome to approach us with their own suggestions. Possible themes could still be broad, the concrete research focus then being worked out together with potential supervisors in the research group. So please don't hesitate and contact us with exciting ideas!

In addition to this, members of the Research Group regularly announce topics for possible master thesis (see list below). These themes are introduced in a general way in order to allow specification according to the interests of prospective applicants. Again, don't hesitate to make more detailed suggestions.

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Alternative Ökonomien / Alternative Economies

Produzieren, arbeiten, tauschen und konsumieren in der Alternativen Ökonomie
Jenseits der kapitalistischen Ökonomie im engeren Sinne existiert eine grosse Vielfalt an alternativen Formen von Produktions-, Arbeits-, Tausch- und Konsumprozessen (vgl. Gibson-Graham 2006 A Postcapitalist Politics). Diese beinhaltet beispielsweise sozial- und/oder ökologisch orientierte Unternehmen, Kooperativen, Genossenschaften, alternative Währungen, Tauschplattformen, Second Hand-, Recycling-, Ausleih- oder Fair Trade-basierte Austauschsysteme, etc. Die Masterarbeit bietet Gelegenheit, sich vertieft mit einem ausgewählten Aspekt der so genannt Alternativen Ökonomie auseinanderzusetzen.
Johanna Herrigel  Xavier Balaguer Rasillo

Wirtschaftsgeographische Fallstudien zur Sharing Economy in Kalifornien, USA

Kalifornien gilt seit jeher als Trendsetter neuer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen. Auch die Pionierunternehmen der sogenannten Sharing Economy (z.B. Airbnb, Uber) wurden dort gegründet. Ich bin an Masterarbeiten interessiert, die sich mit einzelnen Fallstudien der Sharing Economy auseinandersetzen. Interessierte Studierende können sich z.B. mit den Arbeitsbedingungen bestimmter Projekte und Unternehmen beschäftigen. Es wäre auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Anspruch vieler Projekte möglich, einen ökologischen oder gesellschaftlichen Mehrwert zu bieten.
Christian Berndt

Geographien der Arbeit / Labour Geographies

Der erste Schweizer Social Impact Bond in Bern: ein Beispiel für die Marketisierung des Sozialsektors?

Der Kanton Bern beschreitet erstmals neue Wege in der Finanzierung von Sozialprojekten. Den Pilot-Projekten Grossbritanniens und der USA folgend wird seit Sommer 2015 erstmals in der Schweiz ein sogenannter Social Impact Bond (SIB) durchgeführt mit dem Ziel, AsylbewerberInnen und vorläufig Aufgenommene in den Schweizer Arbeitsmarkt zu integrieren. In einem SIB investieren „sozialmotivierte“ Investoren in ein soziales Projekt bzw. eine soziale Organisation, während im Gegenzug eine staatliche Institution den Investoren die Rückzahlung dieses Kredits sowie eine erfolgsabhängige Rendite zusichert, falls (und nur falls) vordefinierte Leistungsziele erreicht würden. Somit steht der Social Impact Bond sinnbildlich für eine fortschreitende Neoliberalisierung und Finanzialisierung des Sozialsektors im Rahmen der staatlichen Austeritätspolitik.
Eine Masterarbeit könnte sich kritisch mit der Funktionsweise des Schweizer Social Impact Bonds auseinandersetzen und beispielsweise fragen, inwiefern dieser Fall exemplarisch ist für eine neoliberale Sozialpolitik und in welchem Verhältnis die verschiedenen Akteure (staatliche Institutionen, NGOs, Investoren, Teilnehmende etc.) zu einander stehen.

Manuel Wirth

Der Arbeitsmarkt für Niedriglohndienstleistungen in Zürich

Wie in anderen Industrieländern haben auch in der Schweiz Beschäftigungsverhältnisse an Bedeutung gewonnen, die von traditionellen Vorstellungen der Teilhabe am Arbeitsmarkt abweichen (v.a. unbefristete Vollzeitbeschäftigung). In der öffentlichen Diskussion werden diese Veränderungen mit Verweis auf Temporärarbeit, prekäre Arbeit, Workfare oder auch "illegale" Beschäftigung verhandelt. Besonders deutlich zeigen sich die neuen Arbeitswirklichkeiten im Segment der sogenannten Niedriglohndienstleistungen (z.B. Gebäuderreinigung, Pflegearbeit, Gastronomie), die in der Wissensökonomie auf der Rückseite hoch qualifizierter Tätigkeiten an Bedeutung gewinnen. Masterarbeiten können sich am Beispiel Zürich bestimmten Teilbereichen des Niedriglohnsektors widmen und mit geeigneten methodischen Instrumenten die aktuelle Bedeutung dieses Arbeitsmarktsegments in der Region Zürich erarbeiten. Denkbar wären Überblicksarbeiten im Kontakt mit Expertinnen und Experten, aber auch kleinteilige Fallstudien, die sich mit den Arbeitswirklichkeiten der Beschäftigten selbst auseinandersetzen.
Christian Berndtoder Karin Schwiter

Ein- und Ausschlussprozesse in Bildung und Beruf

Die Ausbildungs- und Berufswege in der Schweiz weisen ausgeprägte Segregationsmuster auf - sei es nach Geschlecht, Ethnie, Nationalität, sozialer Schicht, Alter, etc. Beispielsweise werden Männer kaum je Kleinkindererzieher und nur sehr wenige Frauen Lokomotivführerinnen. Wie internationale Vergleiche zeigen, ist die berufliche Segregation in der Schweiz weit ausgeprägter als in anderen europäischen Ländern. Welche institutionellen und normativen Grenzziehungen, welche Ein-/ Ausschlussprozesse und welche Selektionsmechanismen tragen während den verschiedenen Phasen und Übergängen in Ausbildungs- und Berufsbiographien zur Aufrechterhaltung des hohen Schweizer Segregationsniveaus bei? Wo zeichnen sich Verändernungen ab? Masterarbeiten zu diesem Themenbereich können sich beispielsweise mit der Entwicklung von Berufsorientierungen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, mit Berufsverläufen/-karrieren in ausgewählten Berufsfeldern, mit Aspekten des Schweizer (Berufs-)bildungssystems oder mit der diskursiven Konstruktion bestimmter Berufsimages auseinandersetzen. Sie können dabei eine oder mehrere Identitätsdimensionen (Geschlecht, Nationalität, Ethnie, soziale Schicht, Alter, etc.) in den Blick nehmen.
Karin Schwiter

Wer verrichtet welche Arbeit?

Die Normen der bürgerlichen Kleinfamilie des 20. Jahrhunderts erodieren und geschlechtsspezifische Zuschreibungen sind in Bewegung geraten. Eine Masterarbeit in diesem Themenfeld bietet Gelegenheit, sich mit aktuellen Veränderungen in den Vorstellungen von Familie, Elternschaft, Arbeitsteilung, Berufstätigkeit, Karriereperspektiven und der Verteilung bezahlter und unbezahlter Arbeit auseinanderzusetzen.
Karin Schwiter

Globale Warenketten / Global commodity chains and export-oriented development

Geographies of global commodity chains and transnational markets / Standards in globalen Supply Chains und Warenketten

Diverse Themen möglich
Christian Berndt  Johanna Herrigel

Sojificación und „land grabbing“: Die Veränderung der Landnutzung im Nordosten Argentiniens

In den letzten Jahrzehnten hat der Sojaanbau weite Teile Argentiniens in Besitz genommen und dabei Verdrängungsprozesse ausgelöst. Im agrarischen Kernland der Pampa Humeda werden andere Nutzungsformen (Viehzucht , Milchwirtschaft, Weizen, Mais) zugunsten des Sojas aufgegeben. In den peripheren Gebieten des ariden Nordwestens ist zusätzlich eine gewaltsame Vertreibung der ansässigen Bevölkerung und eine umfassende Veränderung der Nutzungsstrukturen zu beobachten. Im aktuellen Umfeld stagnierender bzw. sinkender Preise stellt sich jedoch die Frage, ob der Sojaboom an Dynamik verliert und welche Folgen damit gegebenenfalls für die betroffenen Regionen verbunden sind. Die Masterarbeit soll in Zusammenarbeit mit der Abteilung RSL die Grundlage für eine differenzierte Diskussion schaffen. Mit Methoden der Fernerkundung soll umfassend rekonstruiert werden, wie sich die Landnutzung in den einzelnen Regionen gegenwärtig entwickelt.
Christian Berndt oder Alexander Damm

Wirtschaftsgeographien der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze

La frontera/borderlands gilt als die paradigmatische Grenzregion, an denen die zentrale Prozesse der Globalisierung wie in einem Labor studiert werden können. Seit den späten 1990er und frühen 2000er Jahren (Nafta, 9/11) hat sich auf US-Seite der Umgang mit dieser Grenze grundlegend verändert. Im Spannungsfeld von wirtschaftlicher Öffnung und nationaler Sicherheit erhält die Grenze eine neue Form. Masterarbeiten könnten die damit verbundenen Prozesse am Beispiel unterschiedlicher Themenfelder analysieren: z.B. Arbeitsmigration, grenzüberschreitender Handel mit Agrarprodukten, Offshoring bzw. Offshore Outsourcing in die nördliche Grenzregion, Drogenhandel usw.
Christian Berndt

Mobilität und Migration / Mobilities and Migration

Die Kommodifizierung der Pflegearbeit

Aufgrund von Veränderungen in den Familienstrukturen und der familialen Arbeitsteilung werden bisher meist unbezahlt erbrachte Pflege- und Betreuungsarbeiten zunehmend an den Markt ausgelagert. Wie wird die steigende Nachfrage nach so genannten Care-ArbeiterInnen gedeckt? Die kommerzialisierte Pflegearbeit zeichnet sich gegenwärtig durch einen hohen Anteil an migrierten weiblichen Arbeitskräften sowie durch informelle und prekäre Arbeitsverhältnisse aus. Wie sind diese neuen Care-Arrangements ausgestaltet? Masterarbeiten können sich mit verschiedenen Aspekten der Pflegearbeit auseinandersetzen, beispielsweise mit Fragen zu Arbeitsorganisation, Arbeitsbedingungen und Arbeitswirklichkeiten im Pflegesektor, zu Migrationsregimes oder zu Ein-/Auschlussmechanismen im Pflegearbeitsmarkt. Denkbar wäre beispielsweise eine Arbeit zur diskursiven Konstruktion migrierter Pflegearbeiterinnen durch die neu auf den Markt getretenen Vermittlungsagenturen für Pflegekräfte. Neben dem Fokus auf den Pflege- und Betreuungsmarkt besteht auch die Möglichkeit, Kommerzialisierungsprozesse in anderen Dienstleistungsbranchen zu analysieren.
Karin Schwiter

Wirtschaftsstandort Schweiz / Swiss Economy

Der Wirtschaftsstandort Schweiz im globalen Wettbewerb: Welche wirtschaftliche Bedeutung hat die Finanzwirtschaft?

Die Finanzwirtschaft gilt als eine der wichtigsten Wirtschaftsbranchen der Schweiz. Eine Masterarbeit könnte sich der Frage annähern, wie hoch diese Bedeutung derzeit ist und ob sich die Rolle dieser Branche im Gefolge der Finanzkrise geändert hat. Geographisch ist eine Fokussierung auf den Kanton und/oder die Stadt Zürich denkbar. Die empirische Arbeit sollte sich einerseits auf sekundärstatistische Daten und entsprechende Reports und Berichte stützen (z.B. Beitrag zum Steueraufkommen). Andererseits könnten auch Interviews mit Expert*innen aus Politik und Wirtschaft geführt werden.
Christian Berndt

Der Wirtschaftsstandort Schweiz im globalen Wettbewerb: Ist das Schweizer Wirtschaftssystem neoliberal?

Seit dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende des Systemwettbewerbs zwischen Plan- und Marktwirtschaft wird in den Sozialwissenschaften über nationale Wirtschaftssysteme und Kapitalismusvarianten diskutiert. Übergreifend wird dabei ein Trend zu einer „Neoliberalisierung“ konstatiert, der allerdings national unterschiedliche Formen annimmt. Bezüglich der Schweiz herrscht unter den WissenschaftlerInnen in diesem Zusammenhang Uneinigkeit. Für manche BeobachterInnen hat die Eidgenossenschaft einen typisch liberalen Charakter und wird deswegen Ländern wie die USA oder Grossbritannien zugeordnet, andere konstatieren ein stärker staatlich gelenktes Wirtschaftssystem kontinentaleuropäischer Prägung. Im Land selbst wird vom „Sonderfall Schweiz“ gesprochen. Eine Masterarbeit könnte zunächst der Frage nachgehen, inwieweit die Schweiz in die in der wissenschaftlichen Literatur angebotenen Kategorisierungen passt (z.B. Varieties of capitalism) und solche Konzepte kritisch hinterfragen. In einem zweiten, diskursanalytischen Teil könnte untersucht werden, inwieweit in der jüngeren Vergangenheit eine Verschiebung zu beobachten ist, die zumindest auf eine „Neoliberalisierung“ hindeuten könnte.
Christian Berndt

Die Rolle der Zürcher Wohnungsbaugenossenschaften in einem überhitzen Miet- und Immobilienmarkt

Wohnungsbaugenossenschaften spielen in Zürich traditionell eine wichtige Rolle bei der Versorgung der städtischen Bevölkerung mit günstigem Wohnraum. Für viele Beobachter und Beobachterinnen ist die wohnungspolitische Bedeutung dieses Sektors im derzeitigen Umfeld hoher Mietzinsen und dem knappen Angebot erschwinglicher Wohnungen noch einmal gestiegen. Gleichzeitig ist bei einzelnen Genossenschaften eine Tendenz zu einer marktorientierten Aufwertung des Wohnungsbestandes zu beobachten (Neu- bzw. Umbau, kleinere Wohneinheiten, höhere Mieten), die mit einer Verdrängung alteingesessener Mieterinnen und Mieter einhergehen. Masterarbeiten könnten zum einen die Baugenossenschaften insgesamt in den Blick nehmen und übergreifend der Frage nachgehen, wie sich die veränderten Bedingungen auf die Geschäftspolitik der Genossenschaften auswirkt. Zum anderen bin ich auch an konkreten Fallstudien interessiert, z.B. der aktuell in den Medien diskutierte Fall der Brüderhofsiedlung (Baugenossenschaft Frohheim).
Christian Berndt