MSc Topics

Master students interested in writing a thesis in the field of Economic Geography are welcome to approach us with their own suggestions. Possible themes could still be broad, the concrete research focus then being worked out together with potential supervisors in the research group. So please don't hesitate and contact us with exciting ideas!

In addition to this, members of the Research Group regularly announce topics for possible master thesis (see list below). These themes are introduced in a general way in order to allow specification according to the interests of prospective applicants. Again, don't hesitate to make more detailed suggestions.

Der globale Pestizidkomplex: Findet eine Verschiebung der Produktions- und Lieferketten problematischer Herbizide in den globalen Süden statt?

Christian Berndt

Sprache: Deutsch oder Englisch    

Seit dem Auslaufen des Patentschutzes für wichtige Herbizide (v.a. Glyphosat) hat sich weltweit ein boomender Generikamarkt etabliert, dessen Produktionsnetzwerke vor allem von Unternehmen aus China und Indien gesteuert werden. Ihre Absatzmärkte haben diese Produkte zunehmend in Ländern des globalen «Südens», vor allem in Lateinamerika, aber auch in Südostasien, Subsahara-Afrika und Osteuropa. Dadurch haben sich im globalen Pestizidhandel neue «Süd-Süd-Beziehungen» etabliert, welche die etablierten Agrarchemiekonzerne des Nordens vor Herausforderungen stellen. Wie reagieren Unternehmen wie Bayer-Monsanto oder Syngenta auf diese Veränderungen? Wie passen sie ihre eigenen Lieferketten, Produktionsstrategien und Distributionsnetze an? Ist tatsächlich eine Verschiebung in den globalen Süden festzustellen? Das Ziel der Arbeit ist es vor diesem Hintergrund Veränderungen in den Produktions- und Distributionsnetzen auf Unternehmensebene zu analysieren und dabei insbesondere die Annahme einer möglichen Verschiebung in den globalen Süden zu überprüfen. Dazu stehen zum einen umfangreiche Informationen und Daten des auf Agrarchemie spezialisierten Marktforschungsunternehmens PhillipsMcDougall zur Verfügung. Zum anderen sollen Online-Recherchen (Medien, Branchenportale, Webseiten von Unternehmen usw.) durchgeführt werden. Es ist unter Umständen sinnvoll sich geographisch auf bestimmte Regionen zu beschränken.

Finance, Development und Digitalisierung: die Idee von «posthumanen» Märkten zur Lösung der Armuts- und Klimaproblematik

Manuel Wirth

Seit einigen Jahren wächst der Einfluss globaler Finanzmärkte im Bereich der Sozial- und Entwicklungspolitik vieler Staaten. Finanzinstrumente wie Vaccine Bonds, Development Impact Bonds oder Social Impact Bonds stehen exemplarisch für diese Entwicklung, wobei Finanzmarktlogiken eine besondere Rolle in der Lösung der Armuts- und/oder Klimaproblematik zugeschrieben werden. Gleichzeitig lassen sich in entwicklungspolitischen Diskursen und Praktiken Tendenzen erkennen, die auf eine wachsende Bedeutung verhaltens- und experimentalökonomischer Ansätze hindeuten. Konkrete Projekte zur Lösung von sozialen Problemen zielen in diesem Zusammenhang vermehrt auf verhaltensändernde Interventionen ab. In diesem Schnittfeld von Finanzialisierung und Verhaltensökonomie könnte sich eine Masterarbeiten mit Innovationen im Bereich der Entwicklungsfinanzierung auseinandersetzen, die verstärkt mithilfe von digitalen Technologien wie smart contracts, digital identities und blockchains umgesetzt werden. Konkret könnte zum Beispiel untersucht werden, wie solche Utopien von automatisierten, «posthumanen» Märkten aussehen, wie diese Ideen funktionieren und wie Menschen in konkreten Projekten von solchen Prozessen betroffen sind. Wie lassen sich solche Ideen in gängige Entwicklungsdiskurse einordnen? Wie funktionieren sie im Zusammenhang mit Finanzialisierung und verhaltensökonomischen Ansätzen? Welche Chancen und Risiken bergen solche Projekte? Die Masterarbeit kann auf Deutsch oder Englisch verfasst werden.

Nudging made in Switzerland: die Rolle verhaltensökonomischer Einflüsse in der Schweizer Politikgestaltung

Manuel Wirth

Ausgehend von Entwicklungen in Grossbritannien und den USA etablieren sich auch in der Schweizer Sozial- und Wirtschaftspolitik vermehrt Ideen, Praktiken und Instrumente aus dem Bereich der Verhaltens- und Experimentalökonomie. Die Idee der sogenannten «sanften Lenkung» umfasst Interventionen, Kampagnen aber auch soziomaterielle Techniken, welche Menschen auf subtile Weise zu Verhaltensänderungen bringen sollen. So sollen z.B. mittels Techniken wie nudging Menschen zu nachhaltigerem Konsum, gesunderen Lebensweisen, self-tracking von Gesundheitsdaten usw. gebracht werden. Eine Masterarbeit in diesem Feld könnte sich zum Beispiel die Thematik rund um nudging, verhaltensökonomische Politikgestaltung und «sanfter Lenkung» auf Ebene der Diskurse anschauen. Woher kommen diese Ideen und wie werden sie umgesetzt in konkreten Beispielen? Wie und von welchen Akteuren wird der Diskurs in der Schweiz vorangetrieben, welches sind die Legitimierungsstrategien? Welches sind Beispiele von solchen Interventionen oder Absichten und wie funktionieren sie? Welches sind die Adressaten? Die Masterarbeit kann auf Deutsch oder Englisch verfasst werden. Sie kann eine Diskursanalyse als methodologischen Ansatz haben oder/und auf Datenerhebung mittels qualitativen Interviews, Beobachtung etc. zurückgreifen

Produzieren, arbeiten, tauschen und konsumieren in der Alternativen Ökonomie

Xavier Balaguer Rasillo

Jenseits der kapitalistischen Ökonomie im engeren Sinne existiert eine grosse Vielfalt an alternativen Formen von Produktions-, Arbeits-, Tausch- und Konsumprozessen (vgl. Gibson-Graham 2006 A Postcapitalist Politics). Diese beinhaltet beispielsweise sozial- und/oder ökologisch orientierte Unternehmen, Kooperativen, Genossenschaften, alternative Währungen, Tauschplattformen, Second Hand-, Recycling-, Ausleih- oder Fair Trade-basierte Austauschsysteme, etc. Die Masterarbeit bietet Gelegenheit, sich vertieft mit einem ausgewählten Aspekt der so genannt Alternativen Ökonomie auseinanderzusetzen.

Geographies of global commodity chains and transnational markets / Standards in globalen Supply Chains und Warenketten

Christian Berndt  

Diverse Themen möglich

Wirtschaftsgeographien der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze

Christian Berndt

La frontera/borderlands gilt als die paradigmatische Grenzregion, an denen die zentrale Prozesse der Globalisierung wie in einem Labor studiert werden können. Seit den späten 1990er und frühen 2000er Jahren (Nafta, 9/11) hat sich auf US-Seite der Umgang mit dieser Grenze grundlegend verändert. Im Spannungsfeld von wirtschaftlicher Öffnung und nationaler Sicherheit erhält die Grenze eine neue Form. Masterarbeiten könnten die damit verbundenen Prozesse am Beispiel unterschiedlicher Themenfelder analysieren: z.B. Arbeitsmigration, grenzüberschreitender Handel mit Agrarprodukten, Offshoring bzw. Offshore Outsourcing in die nördliche Grenzregion, Drogenhandel usw.