Neue Publikation
Wir freuen uns, eine neue Veröffentlichung unserer Gruppe ankündigen zu dürfen: Who is the X-minute city for? An E2SFCA assessment of wheelchair accessibility in Zurich City Center. (Für wen ist die „X-Minuten-Stadt“ gedacht? Eine E2SFCA-Bewertung der Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer im Stadtzentrum von Zürich.) im Journal of Urban Mobility, unter der Leitung von Chiara Ballinari, zusammen mit Alexandra Ioana Georgescu und Hoda Allahbakhshi.
Die „15-Minuten-Stadt“ zielt darauf ab, dass jeder das, was er braucht, in der Nähe seines Wohnortes zu Fuss, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann. Doch „in der Nähe“ hat nur dann eine Bedeutung, wenn man tatsächlich dorthin gelangen kann. Für Rollstuhlfahrende kann dieselbe 15-Minuten-Fahrt zu einer Strecke mit steilen Steigungen, fehlenden Bordsteinrampen und unpassierbaren Kreuzungen werden.
Diese Studie stellt eine einfache, aber wichtige Frage: Wie gerecht erfüllt die Zürcher Innenstadt das Versprechen der „X-Minuten-Stadt“ tatsächlich?
Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören:
- Rollstuhlfahrende erleben bei fast allen Arten von Einrichtungen (z. B. Bildungs-, Verwaltungs- und Freizeiteinrichtungen) eine deutlich geringere räumliche Barrierefreiheit als die allgemeine Bevölkerung – selbst in einem kompakten, dienstleistungsreichen Stadtbezirk.
- Besonders ausgeprägt sind die Ungleichheiten in der historischen Altstadt von Zürich, wo Treppen, schmale Gehwege und Probleme mit der Wegoberfläche das Netz zersplittern. Bereiche, die für die allgemeine Bevölkerung „gut erschlossen“ erscheinen, sind für Rollstuhlfahrende nicht unbedingt gleichermassen erreichbar.
- Ein einheitlicher Schwellenwert für die Reisezeit kann für Gruppen mit unterschiedlichen Mobilitätsfähigkeiten nicht gerecht sein. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit von Barrierefreiheitsmassnahmen, die über die blosse Nähe hinausgehen und auch die Qualität der Infrastruktur berücksichtigen.
Diese Studie stützt sich direkt auf den ZuriACT-Datensatz und die Freiwilligen, die bei dessen Erhebung mitgeholfen haben; ein weiteres grossartiges Beispiel dafür, wie Bürgerwissenschaft und partizipative Ansätze zur planungsrelevanten Barrierefreiheitsforschung beitragen können.
Hier finden Sie die Studie: https://doi.org/10.1016/j.urbmob.2026.100259