Rendzina bis Podsol: Die Waldböden der Schweiz

Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) forscht zu unterschiedlichsten Umweltthemen und versucht, die Zusammen­hänge der terrestrischen Umwelt besser zu verstehen. Ich absolvierte mein Praktikum in der Forschungseinheit Waldböden & Biogeochemie, wo ich im Rahmen einer Bodeninventur mitwirkte und so die Schweizer Waldböden besser kennenlernen konnte.

Cédric Bührer

Meine Erfahrung

Mein Praktikumsbeginn fiel in etwa mit dem Start der Bodeninventur zusammen, weshalb ich auch gleich in die Planung miteinbezogen wurde. Dabei konnte ich die im Bachelor erlernten GIS-Fertigkeiten nutzen und half bei der Vorbereitung der Feldarbeiten, welche definitiv zu den Highlights während meines Praktikums gehörten. Das umfasste die folgenden Arbeiten:    
Sobald wir mit dem GPS nach kürzerer oder längerer Wanderung am Standort angekommen waren, musste das Profil gegraben werden, was durchaus etwas körperliche Anstrengung verlangte. Danach ging es darum, das Profil sowie auch den Waldbestand anzusprechen und dies entsprechend zu protokollieren, Fotos zu machen, die Proben für die chemische Analyse im Labor zu entnehmen und das Loch anschliessend auch wieder zu schliessen. Zurück in Birmensdorf war ich am Wägen, Trocknen, Sieben und Mahlen der Proben sowie auch bei einigen chemischen Analysen beteiligt. 

Da es sich hierbei um ein schweizweites Projekt handelte, konnte ich eine enorme Bandbreite an Bodentypen und Waldstandorten zu sehen. Und dank der grossen Vielfalt an Arbeiten konnte ich mein erlerntes Wissen aus dem Bachelor erweitern und mir viele neue Zusammenhänge erschliessen. An der WSL habe ich mich schnell sehr wohl und als vollwertiges Mitglied der Forschungseinheit gefühlt. Der sehr offene und lockere Umgang miteinander half dabei sehr.

Organisation des Praktikums

Eigentlich werden die offenen Praktikumsstellen an der WSL auf der Webseite ausgeschrieben. Ich kam jedoch während einer Exkursion im Rahmen meines Nebenfachs (Wald- und Landschaftsmanagement) ins Gespräch mit meinem späteren Praktikumsbegleiter und fragte ihn, ob er mir einen Kontakt zu einer Praktikumsstelle weiterleiten könne oder selbst ein Praktikum zu vergeben hätte. Zweiteres traf dann zu. Fragen kostet ja nichts!

Ein Praktikum in dieser Art erfordert sicher eine gewisse Interdisziplinarität und Flexibilität, da man im Büro, draussen im Feld, sowie auch im Labor mit verschiedenen Arbeiten konfrontiert wird. Zudem sollte man eine gewisse Begeisterung für Feldarbeiten mitbringen und sich nicht davor scheuen, ein wenig «dreckig» zu werden.