Klimawandel hautnah: GIUZ-Forscherin begleitet Staatsoberhäupter auf den Stubaier Gletscher
Isabelle Gärtner-Roer, Glaziologin der Universität Zürich und des World Glacier Monitoring Service und Ko-Präsidentin der Internationalen Permafrost Assoziation, hat am 1. September 2026 die Staatsoberhäupter der deutschsprachigen Länder – Belgien, Deutschland, Liechtenstein, Luxembourg, Österreich und die Schweiz – auf den Stubaier Gletscher begleitet. Auf Einladung des österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen und des Landes Tirol erklärte sie gemeinsam mit Kolleg:innen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, des Alfred-Wegener-Instituts und der Freien Universität Brüssel die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels.
Ein Weckruf in 3.210 Metern Höhe
Auf der Aussichtsplattform «Top of Tyrol» zeigten die Forscher:innen den hochrangigen Gästen nicht nur den Rückgang der Gletscher, sondern erläuterten auch die Erwärmung des Permafrosts und die Folgen für das Stubaital, die Alpen und darüber hinaus.
Isabelle Gärtner-Roer betonte, dass die Nachricht zum voranschreitenden Gletscherschwund zwar nicht neu sei. Doch mit immer neuen Rekorden und den emotionalen Eindrücken seien die Gletscher die besten Vermittler des Klimawandels. «Dieses Bewusstsein und die Erkenntnis, dass der Wandel auch das Unterland entscheidend beeinflusst, sind wichtig, um von Reaktion auf Aktion umzuschalten», sagte Gärtner-Roer. Denn was in den Bergen geschehe, bleibe meist nicht dort – wie die tragische Sturzflut in Tibet und Nepal letzte Woche gezeigt habe.
Wissenschaft trifft Politik
Am Abend unterstrich Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein in seiner Rede die Bedeutung dieses Besuchs: «Die eindrücklichen und zugleich bedrückenden Bilder des Gletschers haben uns das Ausmass des Klimawandels vor Augen geführt.» Die Hoffnung der Wissenschaftler:innen ist nun, dass das gewonnene Bewusstsein der Staatsoberhäupter konkrete Impulse für das nationale und internationale Kryosphärenmonitoring setzt. Besonders im Fokus steht dabei die Unterstützung der UN-Dekade der Kryosphärenwissenschaften (2025–2034) – eine entscheidende Phase, um den globalen Klimawandel besser zu verstehen, zu vermitteln und ihm entgegenzusteuern.
Treffen der Staatsoberhäupter der deutschsprachigen Länder in Innsbruck
Bundespräsident Parmelin am Sechsertreffen der deutschsprachigen Staatsoberhäupter in Österreich
Medienmitteilung Bundeskanzlei, 27. August 2026