Regulativer Pluralismus an der Goldminenfront in Burkina Faso

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Die industrielle Rohstoffförderung im globalen Süden verändert die Beziehung von Staat und Gesellschaft fundamental. In den Abbaugebieten entstehen politische Enklaven, in welchen sich unternehmerische, traditionelle und staatliche Regelsysteme ineinander verflechten.

Burkina Faso hat in den letzten Jahren einen Goldrausch erlebt. Für die Regierung ist der Rohstoffexport von grosser Bedeutung. Um die Goldförderung attraktiv zu gestalten, geht sie Konzessionen ein, die den Grossinvestoren viel Freiheit lassen, wobei die Lizenzhalter sehr unterschiedlich mit Konflikten mit der lokalen Bevölkerung und den kleinen traditionellen Goldgräberstätten ohne Bewilligung umgehen. Beispielsweise arbeiten einige Firmen mit den lokalen Goldgräbern zusammen und legalisieren diese, während sie in anderen Gebieten weiterhin illegal schürfen.

Um Schmuggel, Betrug und illegales Schürfen zu bekämpfen, setzen manche Investoren zwar private Sicherheitsfirmen ein. Diese haben jedoch keine Möglichkeit die Täterschaft mit Gefängnisstrafen zu sanktionieren. Hier kommen die staatlichen Gesetze und die nationale Polizei zum Einsatz.

Eine weitere Verflechtung von Wirtschaft und Politik zeigt sich darin, dass sich Minenunternehmer mit dem Bau von Infrastruktur in den Territorien grosses Ansehen erarbeiten hatten und von der Bevölkerung als Lokalpolitiker gewählt wurden.

Link zur Publikation (englisch)