Ein Sommer im Infomobil

Der Schweizerische Nationalpark ist der älteste Nationalpark der Alpen und bis heute der einzige der Schweiz. Durchschnittlich 120'000 Besucher pro Jahr nutzen das gesamthaft 100 km lange Wanderroutennetz, das Informations­zentrum in Zernez, buchen geführte Exkursionen oder besuchen das Infomobil. Für dessen Betreuung werden jeden Sommer zwei bis drei Volontärinnen und Volontäre gesucht.

Erklären der Hörner und Geweihe
Erklären der Hörner und Geweihe

Meine Erfahrung 

Zuerst durfte ich mich selbst intensiv über den Schweizerischen Nationalpark informieren und die Umgebung erkunden. Denn nur so konnte ich alle möglichen Informationen an die Besucher:innen weitergeben. Mein Studium in Erd­system­wissenschaften war eine sehr gute Basis und ich konnte mich in einigen Themen vertiefen. Ich legte mein Augenmerk auf die Steinadler- und Bart­geier­population mit ihrer speziellen Aussetzungsgeschichte. So war es auch das Highlight meines Praktikums, als ich drei Bartgeier auf einmal für mehr als eine halbe Stunde vom Infomobil aus beobachten konnte.

Im Infomobil war ich ganz auf mich allein gestellt, dennoch hatte ich viel Kontakt mit anderen Mitarbeitenden. Parkwächter:innen und Exkursionsleiter:innen schauten oft vorbei und hielten mich auf dem neusten Stand, wo gerade Tiere zu finden waren oder ob die Wege noch passierbar waren. Im Schloss - an diesem schönen Ort befanden sich die Büros - kannte ich auch bald die meisten Gesichter. 

Bei schlechtem Wetter blieb meine Aussendienststelle geschlossen. Dann arbeitete ich im Besucherzentrum mit. Durchs Band waren alle herzlich, offen und hilfsbereit. Dasselbe galt auch für die meisten Besucher:innen. Viele kamen in Ferienstimmung vorbei. Ich führte zahlreiche interessante Gespräche, konnte einigen die Augen für die Natur öffnen und half so manchen bei der Orientierung auf dem Nationalpark-Relief. Etwas mühsam war einzig das tägliche Hin- und Herschleppen der Kasse. Und: Die Arbeitstage waren sehr lang.

Organisation des Praktikums

Auf das Praktikum wurde ich durch den Informationsabend, den das Geoteam für alle interessierten Bachelorstudierenden des Geographischen Institutes organisiert hatte, aufmerksam. Der Betreuer Stefan Triebs vom Schweizerischen Nationalpark war direkt vor Ort und hat mit allen Interessierten ein kurzes Bewerbungsgespräch geführt. Zwei Wochen nach dem Einreichen meiner Bewerbung erhielt ich bereits den positiven Bescheid. 

Es ist wichtig, offen und kommunikativ zu sein und viel Freude an Natur, Menschen und Sprachen zu haben. Eine Ausbildung in Geographie, Biologie oder Umweltwissenschaften ist von Vorteil, wenn auch nicht zwingend nötig. Man kann das Praktikum auch als Zivildienst leisten.