Stimmungen und Gefühle über Twitter erfassen

Das Coronavirus betrifft in erster Linie unseren Körper, aber es hat auch massive Auswirkungen auf unsere psychische Gesundheit. Forschende des GIUZ nutzen Twitter-Inhalte, um emotionalen Stress in Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie über Raum und Zeit hinweg zu verfolgen. 

SoHo, Manhattan, New York
Photo: Unsplash (Yoav Aziz)

Gemeinsam mit einem interdisziplinären Forschungsteam analysierten Tamar Edry und Oliver Gruebner einen grossen, anonymisierten Datensatz von Tweets, die mit Geotags versehen waren. Daraus entwickelten sie ein Tool, das geographische Cluster negativer Emotionen im Laufe der Zeit darstellt - und zwar in Übereinstimmung mit der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie. Automatisierte Social-Media-Aktivitäten - insbesondere «Bot»-Accounts - wurden herausgefiltert. 

Mit diesem innovativen Ansatz lassen sich räumliche Hotspots von emotionalem Stress in Echtzeit erkennen und in interaktiven Karten im Zeitverlauf zugänglich machen. Dies könnte für Regierungen, NGOs, Gesundheitsexpert*innen und andere Interessengruppen hilfreich sein, um gezielt Massnahmen in jenen Regionen vorzubereiten, in denen sie am dringendsten benötigt werden.

Geographische Unterschiede bei emotionalem Stress in Twitter-Tweets während COVID-19

Geographische Unterschiede bei emotionalem Stress in Twitter-Tweets während COVID-19
Das webbasierte Geovisualisierungstool ermöglicht es, zwischen bestimmten Emotionen oder generell negativen Emotionen zu wählen und herauszufinden, inwieweit Bot-Accounts dafür verantwortlich sind.

Edry, T., Maani, N., Sykora, M., Elayan, S., Hswen, Y., Wolf, M., Rinaldi, F., Galea, S., & Gruebner, O. (2021). Real-time geospatial surveillance of localized emotional stress responses to COVID-19: A proof of concept analysis. Health & Place, 70, 102598