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Arten des Lernens

Je nach Lernphase und Lerninhalt kommen unterschiedliche Arten des Lernens zur Anwendung. Wenn man sich beispielsweise Grundlagen eines Fachs oder Wörter einer noch wenig bekannten Sprache erarbeitet, ist das Lernen fast ausschliesslich faktenorientiert und noch unzusammenhängend. Bei schon bekannten Fachgebieten nimmt die Fähigkeit zu, Neues ins bisherige Wissensgebäude einzubinden. Generell kann gesagt werden, dass angewendetes, verknüpftes und weiterentwickeltes Wissen viel eher hängenbleibt. Es gibt aber auch Studierende, denen faktenorientiertes Lernen leichter fällt, da sich der Lernerfolg unmittelbar einstellt und sich die Zweifel, ob man das Richtige lernt, in Grenzen halten (Steiner 2000: 50).

remark

An bestehendes Wissen Angeknüpftes bleibt besser haften.

  • Faktenorientiertes Lernen (surface approach): Memorieren von unzusammenhängenden Tatsachen, Erarbeiten von Details. Isolierte Analyse von Teilen eines Kurses, unveränderte Wiedergabe von Inhalten.
  • Erfahrungsorientiertes Lernen (elaborative approach): Der Kursinhalt wird personalisiert und konkretisiert durch Bezugnahme auf eigene Erfahrungen und durch praktische Anwendung ausserhalb des Studienkontextes.
  • Zum tiefen Verständnis hin orientiertes Lernen (deep approach): Das Signifikante im Studienmaterial wird gesucht. Verschiedene Teile werden zu einem Ganzen verbunden, Zusammenhänge zu anderen Inhalten gesucht. Eigene Schlüsse über Inhalt und Autorenschaft werden gezogen, das Wissen wird dadurch personalisiert.

Konzentration

Der Lernerfolg ist stark an die Konzentrationsfähigkeit geknüpft. Schweift man ab und fokussiert die Lernziele nicht richtig, nehmen Effizienz und Gedächtnisfähigkeit, zwei wichtige Komponenten des Lernerfolgs, ab. So wie alle Schritte des Lernprozesses optimiert und trainiert werden können, lässt sich auch die Konzentrationsfähigkeit durch zahlreiche Tipps verbessern.

Wert legen auf den Einstieg in ein Thema: Konzentration kann kaum erzwungen werden, wenn der Einstieg und die Art, ein Thema anzupacken, schon verfehlt sind. Verschafft man sich vorerst einen Kurzüberblick oder versucht, über ein praktisches Beispiel oder über einen Bezug zum Alltagsleben den Zugang angenehm zu gestalten, wird automatisch die Neugier geweckt. Beispielsweise kann man sich vornehmen, in nur einer Stunde ein ganzes Buch oder Skript zu überblicken und sich vorstellen, danach eine Zusammenfassung über den Inhalt liefern zu müssen. Kapitel können somit überflogen und nach wichtigen Stichworten beurteilt werden, indem man am besten die Überschriften und die ersten Sätze eines Abschnitts liest. Durch diese Technik wird einerseits die Lust geweckt, die so entstandenen Lücken zu stopfen, andererseits verschafft man sich bereits einen Gesamtüberblick und ist besser auf den Inhalt vorbereitet (Steiner 2000: 76).

remark

Ein guter Zugang zu einem Thema verhilft zu besserer Konzentration.

Sich auf Neues einstimmen: Es ist empfehlenswert, sich auf eine neue Lernsession gedanklich einzustimmen. Am besten geht man das Gelernte des Vortages nochmals durch und stellt Verbindungen zwischen den beiden Lernsessionen her. So wird der Wiedereinstieg in ein Thema vereinfacht und ein Teil des Repetierens vorweggenommen (Steiner 2000: 81).

remark

Können Lernthemen verbunden werden, gelingt der Einstieg in Neues besser.

Bestimmte Stunden im Kalender freihalten (vgl. «Zeitmanagement»): Lernprozesse werden vereinfacht, wenn dafür fixe Lern- und Denkstunden eingeplant werden. Es ist darauf zu achten, dass diese Stunden möglichst störungsfrei sind und auch vom Umfeld respektiert werden. Dafür müssen Störungen identifiziert und wenn möglich ausgeschaltet werden (z.B. Telefone, Lärm). Andere Dinge, die sich negativ auf die Konzentrationsfähigkeit auswirken, wie beispielsweise belastende Gefühle, sollten nicht einfach verdrängt, sondern besser einer anderen Tageszeit zugewiesen werden. Auf jeden Fall wird durch die Schaffung eines gleichmässigen Rhythmus mit vorgegebenen Lern- und Freizeitphasen die Gefahr, sich ablenken zu lassen, geringer und das Lernen selbstverständlicher (Steiner 2000: 79).

remark

Die Freizeit sollte ohne schlechtes Gewissen genossen werden können.

Pausen: Unterbrechungen sind essenziell für die Konzentrationsfähigkeit. Richtwerte bringen individuell wenig, doch generell lässt sich sagen, dass viele Kurzpausen und wenige längere Pausen zweckvoll sind. Unter Umständen reicht es, einen Schluck Wasser zu trin- ken, schnell aus dem Fenster zu schauen oder kurz aufzustehen, um die Konzentrationsfähigkeit wieder zu steigern. Auch ein Wechsel vom Lesen zum Schreiben oder eine kurze Abwechslung in Form von Kochen kann nützlich sein (Steiner 2000: 82).

Lernort wechseln: Durch einen Wechsel des Lernorts alle paar Wochen kann Monotonie verhindert und der Lernprozess interessanter gestaltet werden (Steiner 2000: 83). Denkbar ist auch, die einzelnen Lernetappen durch die Wahl unterschiedlicher Lernorte zu gliedern, also beispielsweise Inhalte in der Bibliothek zu erarbeiten und diese dann zu Hause oder auf einem Spaziergang zu repetieren. Viele Studierende bevorzugen aber gerade einen fixen Lernort, da von der gleichbleibenden Umgebung keine Ablenkung ausgeht und so die Gedanken besser gebündelt werden.

remark

Bewegung und Pausen strukturieren den Lernprozess und lockern ihn auf.

Das Gelernte nachher erzählen: Sehr nützlich ist es, nach jedem Lerntag oder zumindest in regelmässigen Abständen die wichtigsten Inhalte an eine imaginäre, reale, fachkundige oder unkundige Person weiterzugeben. Oft werden Zusammenhänge und Gesamtstrukturen erst klarer, wenn sie in eigene, einfachere Worte gefasst und auch so artikuliert werden (Steiner 2000: 89).

Beginn und Ende der Lernsession notieren: Mit einer exakten Überprüfung der Lernzeiten können zwei Effekte erzielt werden: Einerseits kann aus der Länge der Lerneinheiten und zusätzlichen Notizen über die Lernsituation bestimmt werden, wie lange man aufnahmefähig ist. Andererseits kann dadurch selber ein Zeitdruck erzeugt und somit eine Steigerung der Konzentrationsfähigkeit innerhalb einer Lernsession erzielt werden (Steiner 2000: 91).

remark

Was man nicht erklären kann, hat man auch nicht verstanden.

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