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Suchmöglichkeiten in Bibliographien und Datenbanken

Datenbanken sind für bequemen Zugriff organisierte Sammlungen von Informationsobjekten. Sie werden bei der Literatursuche immer wichtiger, da viele Zeitschriften und Zeitungen Publiziertes zunehmend auf diesen Datenträgern archivieren. Unterschieden werden bibliographische Datenbanken (z.B. ProQuest ‹http://search.proquest.com›, Web of Knowledge ‹http://apps.isiknowledge.com/›), Nachschlagewerke und Volltextsammlungen (z.B. Science Direct ‹http://www.sciencedirect.com/›, ACM ‹http://portal.acm.org/›. Der Zugang zu diesen Datenbanken (v.a. zu Volltextsammlungen) ist meist beschränkt und kann nur an gewissen Orten hergestellt werden. Kostenpflichtige Datenbanken mit Campuslizenz sind für Universitätsangehörige kostenlos zugänglich (z.B. über VPN oder von einem Bibliothekscomputer aus). Nebst dem Zugang sollte man wissen, was der Inhalt der jeweiligen elektronischen Datenbank ist und wie der Rechercheprozess funktioniert. Die Datenbanken sind sowohl alphabetisch als auch fachlich (z.B. nach Wissenschaften) geordnet. Die Suche in den einzelnen Datenbanken ist jeweils unterschiedlich, im Allgemeinen aber ähnlich aufgebaut wie die der Bibliothekskataloge (Suche nach Titeln, AutorInnen, Schlagworten; vgl. hierzu auch den Abschnitt «Internetrecherche über Suchmaschinen», weiter unten auf dieser Seite).

Die vom «Institute for Scientific Information (ISI)» herausgegebene Datenbank ‹Web of Science› verzeichnet zum Beispiel Artikel aus über 8'500 internationalen Fachzeitschriften.

Eine Zusammenstellung von wichtigen Datenbanken im Fachbereich der Geographie ist auf der Homepage der Bibliothek des Geographischen Instituts der Universität Zürich (GIUZ) unter ‹http://www.geo.uzh.ch/de/bibliothek/recherche/datenbanken/› zu finden. Bei den FAQ (häufig gestellte Fragen) finden Sie weitere Informationen zu Datenbanken.

Datenbanken sind v.a. für Textanalysen sehr wertvoll.

Internetsuche

Die Literatursuche übers Internet eröffnet viele Möglichkeiten, da die Inhalte von überall her zugänglich sind. So sind zahlreiche Zeitschriftenartikel für Universitätsangehörige kostenlos zugänglich oder online bestellbar (meist jedoch kostenpflichtig). Das Internet bietet auch Zugang zu Bibliothekskatalogen, oft über die Internetseiten der Universitäten (Baade et al. 2005: 75). Allerdings sind mit der riesigen, unorganisierten Datenmenge im Internet auch Probleme verbunden. Erstens kann diese in vernünftiger Zeit nicht bewältigt werden, zweitens vermittelt die blosse Quantität das Gefühl, alle relevanten Angaben könnten übers Internet gefunden werden (Hart 2001: 128). Drittens ist die Nutzung so gefundener Quellen problematisch, da die Webseiten nur virtuell bestehen. Das heisst sie sind jederzeit veränderbar, und alte Versionen nicht immer einsehbar. Entnehme ich also heute Informationen einer bestimmten Webseite, so können diese morgen ganz anders aussehen oder sie sind gar nicht mehr enthalten. Es kann auch sein, dass die ganze Seite nicht mehr existiert. Viertens ist auch die Zuverlässigkeit von Aussagen auf Webseiten und die Herkunft der Informationen umstritten. Wo es bei Publikationen noch Redaktionen gibt, die eine gewisse Kontrolle über das Gedruckte ausüben, kann im Internet ungehindert publiziert werden. Eine Ausnahme stellen Online-Zeitschriften dar. Diese verfügen auch wie herkömmliche Fachzeitschriften über ein ‹Review-› bzw. Begutachtungs-System, wodurch nur qualitativ hochwertige Artikel zur Publikation bzw. in das Netz gelangen. Obwohl Online-Zeitschriften auch nur virtuell existieren, sind sie keine eigentlichen Internetquellen, da sie über Redaktionsteams verfügen, die Artikel auf ihre Qualität hin überprüfen. Sie können deshalb wie andere Zeitschriftenartikel behandelt werden. Mit der Angabe der URL des pdfs erleichtert man das Auffinden des Textes.

Aus diesen Gründen ist es wichtig, das Internet als eine zwar vielschichtige Suchplattform zu betrachten, die aber die herkömmliche Literatursuche nicht ersetzt. Eine Recherche im Internet kann von zwei unterschiedlichen Ausgangspunkten angegangen werden:

  • mit Hilfe einer globalen Stichwortsuche über eine Suchmaschine oder
  • über die thematische Suche in Internet-Verzeichnissen (die Inhalte letzterer sind nicht immer über Suchmaschinen auffindbar, da sie sich in Datenbanken befinden, die von den Suchprogrammen nicht durchforstet werden können, auch wenn sie öffentlich zugänglich sind).



Internetquellen sind kritisch zu hinterfragen, da für viele Informationen Redaktionen fehlen, die z.B. bei Büchern und Zeitschriften Inhalte prüfen.

Internetrecherchen über Suchmaschinen

Eine Möglichkeit der Internetrecherche besteht direkt über eine herkömmliche Suchmaschine wie «Google», «Yahoo», «Exalead» etc. Eine unsystematische Suche nach Publikationen mit Schlagworten kann unter Umständen jedoch eine uferlose Angelegenheit sein. Es gilt, aussagekräftige Schlagworte sinnvoll zu verknüpfen und die Suchergebnisse kritisch zu hinterfragen (Baade et al. 2005: 75). Es ist somit empfehlenswert, sich mit den Operatoren (wie zum Beispiel «OR», «+», «-», «~», «*» etc. für Google) der jeweiligen Suchmaschine etwas vertraut zu machen. Informationen dazu sind oft über die jeweilige Hilfefunktion oder über Onlineanleitungen wie zum Beispiel das Tutorial für Google ‹http://www.googleguide.com› zugänglich.

Es stehen auch Suchmaschinen zur Verfügung, die gezielt wissenschaftliche Literatur suchen. Diese erschliessen im Unterschied zu kommerziellen Suchmaschinen auch Internetquellen des «unsichtbaren Web». Hier einige Beispiele:

Metasuchmaschinen kombinieren die Suche nach Begriffen mit Hilfe von mehreren Suchmaschinen und stellen die Resultate der angefragten Suchmaschinen zusammen. Die Metasuchmaschine «Clusty» ‹http://clusty.com/› zum Beispiel, kombiniert die Resultate von zahlreichen Suchmaschinen, wobei ähnliche Ergebnisse gleichzeitig nach Themengebiete (clusters) gruppiert werden. Die Suche kann dann auf gezielte «clusters» beschränkt werden. Weitere Suchmaschinen sind unter folgendem Link der Bibliothek des GIUZ zu finden: ‹http://www.geo.uzh.ch/de/bibliothek/recherche/suchmaschinen/›

Suche in Internetverzeichnissen

Internetverzeichnisse (vgl. Lauber-Reymann 2007) sind editierte Suchhilfen, die den Zugang zu ausgewählten Ressourcen (Informationen und Dokumente aller Art) ermöglichen. Diese Web-Seiten verzeichnen intellektuell angelegte Linksammlungen, die zu einzelnen Quellen oder Quellsammlungen führen. In einem Internetverzeichnis werden einzelne Links in einer hierarchischen Struktur verschiedenen Kategorien zugeordnet, was an den systematischen Katalog einer Bibliothek erinnert. Aus diesem Grund werden Internet-Verzeichnisse auch als «virtuelle Bibliotheken» oder «Kataloge» bezeichnet.

Das Spektrum an Internetverzeichnissen ist vielseitig, nicht nur hinsichtlich der immer grösser werdenden Anzahl, sondern auch im Hinblick auf Qualität, strukturellen Aufbau und Benutzeroberfläche.

Nebst den generellen Verzeichnissen (kommerzielle Kataloge wie zum Beispiel ‹http://suche.freenet.de› oder ‹http://de.dir.yahoo.com›) existieren vermehrt Verzeichnisse, die sich auf ein Fach oder Fachcluster beschränken. Virtuelle Bibliotheken werden meist von Universitätsinstitutionen oder Fachhochschulen angelegt, um die über das Internet zugängliche wissenschaftliche Fachinformation zu bündeln, fachgerecht zu strukturieren und zu erschliessen. Diese qualitätskontrollierten Verzeichnisse verfolgen in der Regel keine kommerziellen Interessen und die Auswahl und Systematisierung der Quellen erfolgt im Idealfall von FachexpertInnen oder FachreferentInnen.

Unterschieden wird zwischen virtuellen Allgemeinbibliotheken (ohne fachliche Einschränkung) und virtuellen Fachbibliotheken (wenn es sich um einzelne Wissenschaftsbereiche handelt).

Innerhalb der virtuellen Bibliothek ermöglicht neben der Navigation in der Regel eine Suchsoftware die Stichwortsuche. Hier gilt zu beachten, dass die indexierten Dokumente in einem Verzeichnis meist nicht im Volltext erfasst sind. Somit ist eine Suche nur im Erschliessungs-Datensatz, also im Titel, in der kurzen Inhaltsbeschreibung (Abstracts), in den zugehörigen Kategorien oder Schlagwörtern möglich.

Hier sei eine kleine Auswahl angeführt:

Evaluation der Resultate

Eine sinnvolle Struktur bei der Suche, gut gewählte Schlagwörter und eine kritische Evaluation der erhaltenen Resultate sind bei der Internetrecherche, mehr noch als bei anderen Formen der Literatursuche, unabdingbar. Kriterien der Evaluierung beinhalten Fragen nach:

  • dem Zweck der Veröffentlichung (Zielgruppe, Objektivität)
  • der Quelle (AutorInnen, Körperschaft)
  • der Top Domain Level der URL (.gov .org .edu etc.)
  • der Aktualität (last update)
  • der Genauigkeit und Verifizierbarkeit der Information
  • den Referenzen (Links zu anderen Arbeiten)
  • dem Stil und der Funktionalität

Um der Flüchtigkeit virtueller Informationen zu begegnen, empfiehlt es sich, wichtige Inhalte von Internetseiten lokal zu speichern oder auszudrucken. Für weitere Informationen zur Evaluation von Webseiten siehe auch:
‹http://www.library.ubc.ca/home/evaluating/› oder ‹http://library.albany.edu/usered/eval/evalweb/›

Aufgabe zur Verwendung von Suchoperatoren
Informieren Sie sich über die Verwendung von Suchoperatoren auf den gängigsten Plattformen. Erstellen Sie sich eine Tabelle mit den Operatoren von Science Direct, Google (Scholar) und ggf. weiteren Plattformen Ihrer Wahl.

Hier finden sich hilfreiche Links




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