Remote Sensing Series Vol. 13
K. Christoph Graf - 1988
Verwendung geodätischer Abbildungen bei der Geocodierung von Satelliten-Bilder
Zusammenfassung
Seit einiger Zeit sind Luft- und Satellitenbilder zu einem unentbehrlichen Hilfsmittel der Geographie geworden. Diese Bilder haben den grössten Wert, wenn sie in der gleichen Geometrie vorliegen, die den Landeskarten des abgebildeten Gebiets zueigen ist. Ziel der Arbeit ist es, die Geocodierung von SAR-Bildern für jenes Landesvermessungssystem vorzunehmen, das auch für die Karten des abgebildeten Gebiets verwendet wird.
Wir müssen also die spezifische geodätische Abbildung eines Landes kennen und in der Lage sein, eine Beziehung zwischen dem Koordinatensystem der Landeskarte und dem geozentrischen Koordinatensystem des Satelliten herzustellen. Für die Koordinatentransformation wurde auch das geodätische Datum berücksichtigt.
Im Grenzgebiet zwischen der Schweiz, Deutschland und Frankreich wurde die Genauigkeit der Transformation getestet. Wird das Datum beim Übergang von einem Landesvermessungssystem in jenes eines benachbarten Landes berücksichtigt, beträgt die Koordinatenverschiebung im Mittel weniger als 5m, sie liegt unter dem Auflösungsvermögen heutiger satellitengestützter Fernerkundungssysteme. Vernachlässigt man das Datum, können Verschiebungen in der Grössenordnung mehrerer Bildelemente auftreten.
Aufgrund der sehr befriedigenden Resultate bei der Koordinatentransformation von Einzelpunkten von einem Landesvermessungssystem in ein benachbartes wurde ein digitales Geländemodell mit französischen Landeskoordinaten ins deutsche Gauss-Krüger-System transformiert und mit einem Geländemodell, das in Gauss-Krüger-Koordinaten vorlag, zusammengefügt. Schliesslich wurden zwei Radarbilder von SIR-B aus dem Raum Kaiserstuhl für das deutsche Gauss-Krüger-System geocodiert. Dazu wurde das erwähnte Geländemodell gebraucht.
Das verwendete modulare Transformationsverfahren erlaubt einen problemlosen Übergang zwischen verschiedenen Landesvermessungssystemen oder geographischen Koordinatensystemen. Berücksichtigt man bei der Koordinatentransformation das geodätische Datum, werden die Genauigkeitsanforderungen der Fernerkundung mühelos erfüllt. Für eine Geocodierung ohne Passpunkte von Bildern optischer Sensoren können die benutzten Transformationsmodule unverändert übernommen werden.
